Mit Bärlauch lässt sich so einiges zubereiten. Am aroma- und nährstoffreichsten ist er roh und frisch geerntet. Daher gibt es auch auffällig viele Bärlauchrezepte für die kalte Küche. Gerade weil ich Suppen aber über alles liebe, verrate ich dir auch ein Rezept für eine süchtig machende Bärlauchsuppe. Du solltest bei jedem Rezept zunächst die Blätter immer gründlich waschen, trocken schleudern (mithilfe einer Salatschleuder oder einem frischen Geschirrtuch) und erst unmittelbar beim Verarbeiten zerkleinern. Wie du Bärlauch sicher erkennst und Tipps zum Sammeln findest du in meinem Artikel Bärlauch bestimmen und sicher unterscheiden.

Einfach lecker: Rezeptideen mit Bärlauch für jeden Geschmack

Rezeptübersicht

  1. Bärlauchpesto
  2. Bärlauchknödel
  3. Bärlauchöl
  4. Bärlauchessig
  5. Bärlauchquark
  6. Bärlauchsuppe
  7. Bärlauchbutter
  8. Bärlauch aufs Brot bzw. auf die Breze

Bärlauchrezept 1: Bärlauchpesto

Ein Rezept, das du in der Bärlauch-Saison unbedingt ausprobieren solltest: Bärlauchpesto! Damit machst du aus jedem Gericht einen Leckerbissen.

Für 250 ml Bärlauchpesto brauchst du:

  • 200 g junge Bärlauchblätter bzw. geöffnete Bärlauchblüten
  • 100 ml Olivenöl
  • 80 g Pinien-, Sonnenblumen-, Cashew-, Macadamia- oder Kürbiskerne
  • 50-80 g Pecorino
  • Salz, Pfeffer

Ich möchte dir zwei Varianten vorstellen, um das Bärlauchpesto herzustellen. Du entscheidest was dir besser schmeckt, am Ende verrate ich dir meinen persönlichen Favoriten:

  1. Variante (mein Favorit für Bärlauchblüten)

    Die Kerne rösten und den Käse zerkleinern. Die Bärlauchblätter grob kleinschneiden und mit den restlichen Zutaten pürieren. Es reichen einige Stöße mit dem Pürierstab, denn du willst eine Wärmeentwicklung und damit Geschmacksveränderung vermeiden. Ggf. Mit Salz oder Pfeffer abschmecken, in saubere Behältnisse abfüllen und fertig! Im Kühlschrank hält das Pesto einige Monate.

  2. Variante (mein Favorit für Bärlauchblätter)

    Die gewaschenen und trockenen Blätter so fein wie möglich schneiden und in ein Einmachglas schichten. Mit Olivenöl bedecken. Den Parmesan und die Kerne mit dem Pürierstab zerkleinern und dazugeben. Das verschlossene Glas wenn möglich ein paar Tage an ein sonniges Plätzchen stellen und anschließend verköstigen. Ich finde, dass der Bärlauch bitter schmeckt, wenn ich ihn püriere, daher mag ich die 2. Variante lieber.

Bärlauchrezept 2: Bärlauchknödel

Für 9 kleine Knödel (4 Personen) brauchst du:

  • 80-100 g Bärlauchblätter
  • 2 mittelgroße Eier
  • ca. 150 ml Milch
  • 4 trockene Semmeln
  • 1 mittelgroße Zwiebel
  • Salz, Pfeffer

Die trockenen Semmeln schneidest zuerst in kleine Würfel schneiden. Auch die Zwiebel klein schneiden und in einer Pfanne glasig braten. Milch und Eier vermischen und würzen. Alles mit den Semmelwürfeln vermischen und zur Seite stellen.
Einen großen Topf mit Wasser aufsetzen und zum Kochen bringen. Die Bärlauchblätter waschen, fein schneiden und zur Knödelmasse hinzugeben. Alle Zutaten gut vermengen und daraus schöne runde Knödel formen. Diese gibst du vorsichtig ins siedene Wasser und lässt sie ca. 15 Minuten gar ziehen.

Wie du die fertigen Knödel servierst, hängt ganz von deinem Gusto und deiner Experimentierfreude ab. Du kannst sie einfach und lecker mit geschmolzener Butter und geriebenem Parmesan servieren oder du garnierst sie mit einigen Klecksen deines selbst gemachten Bärlauchpestos. Eine Tomatensauce passt auch wunderbar dazu. Als frische Beilage kannst du einen knackigen Salat machen.

Bärlauchrezept 3: Bärlauchöl

Für ein 500 ml-Behältnis (Flasche, Einmachglas) brauchst du:

  • 150 g Bärlauch
  • 400 ml Öl

Die Blätter so klein wie möglich schneiden und in das saubere und trockene Gefäß schichten. Die Bärlauchmenge richtest du nach deiner gewünschten Geschmacksintensität aus, aber als Richtwert reicht mir max. 1/4 bis 1/6 der Gefäßhöhe mit Knoblauchblättern zu befüllen. Darauf gießt du das Öl, sodass alle Blätter bedeckt sind. Stelle das verschlossene Gefäß für zwei Wochen an einen sonnigen Ort. Du kannst die Blätter im Gefäß lassen oder herausfiltern. Wenn du es länger lagern willst, rate ich dir jedoch die Blätter zu entfernen.

Bärlauchrezept 4: Bärlauchessig

Für ein 1 Liter-Behältnis brauchst du:

  • 1 Handvoll Bärlauchblätter
  • 1 Liter Apfelessig oder weißen Balsamico

Die Bärlauchblätter wie auch fürs Bärlauchöl ganz klein schneiden und in das Gefäß schichten. Mit einem Liter Apfelessig aufgießen und 3 Wochen ziehen lassen. 

Vor dem Frühstück 1 EL in warmem Wasser verdünnt trinken, das regt die Verdauung an.

Bärlauchrezept 5: Bärlauchquark

Bärlauchquark kannst du wunderbar als Brotaufstrich oder zu Kartoffeln essen. Dazu ein frischer Salat, z.B. aus Karotten, und fertig ist eine einfache, aber tolle Brotzeit.

  • 250 g Quark bzw. eine vegane Alternative
  • 1-2 Handvoll frische Bärlauchblätter/-blüten
  • ggf. etwas Milch oder Joghurt, meine Wahl: Leitungswasser
  • Salz, Pfeffer

Die Bärlauchblätter fein schneiden und mit dem Quark vermengen. Da mir die Konsistenz noch zu dick ist, mische ich immer etwas Leitungswasser bei. Du kannst aber auch etwas Milch oder Joghurt zum Verflüssigen verwenden. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und in ein schönes Gefäß abfüllen.

Bärlauchrezept 6: Bärlauchsuppe

Für 4 Personen brauchst du:

  • 100 g Bärlauchblätter
  • 4 Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 50 ml Sahne/-ersatz
  • 2 EL Butter
  • Salz, Pfeffer

Die geschälte Zwiebel klein würfeln und mit Butter anschwitzen. In der Zwischenzeit die Kartoffeln schälen und klein schneiden. Bevor du die Kartoffeln zu den Zwiebeln gibst, die Brühe aufgießen. Leg dir ein paar Bärlauchblätter für die Garnitur zur Seite. Die übrigen Bärlauchblätter zerkleinerst du grob. Da Bärlauch nicht zu lange köcheln sollte, lass die Kartoffeln ca. 10 min köcheln bis sie halbwegs durch sind, dann tu die Bärlauchblätter mit in den Topf. Wenn die Kartoffeln weich sind, die Suppe pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wenn du magst, kannst du noch etwas Sahne hinzugeben – mir schmeckt es mit besser. Die Suppe mit den ganzen Bärlauchblättern in vier Suppenschüsseln anrichten – Guten Appetit! 

Bärlauchrezept 7: Bärlauchbutter

Der absolute Hit beim Grillen ist selbstgemachte Bärlauchbutter. Der Vorteil im Vergleich zur klassischen Knoblauchbutter: Es gibt keinen lästigen Knoblauchgeruch. Daher darf ungehemmt reingehauen werden.

  • 250 g weiche Butter
  • 100 g Bärlauchblätter/-blüten
  • Salz, Pfeffer

Die Butter mit dem Bärlauch vermengen oder pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.

Bärlauchrezept 8: Bärlauch auf´s Brot

Vielleicht nicht ein richtiges Rezept, aber nichtsdestotrotz eines meiner Lieblinge der gesündesten und schnellsten Mahlzeiten. Und für unterwegs auf Wanderungen oder Radtouren der Renner.

So geht`s:
Bärlauchblätter sammeln, sauber machen, wer möchte klein schneiden, Butter aufs Brot oder die Breze, wer mag noch etwas Kräutersalz drüber streuen und dann die Bärlauchblätter darauf verteilen – fertig! 

Super einfach, schnell, gesund und richtig lecker – in so einem Fall bin auch ich Fast-Food-Fan 🙂

Bärlauchgenuss

Lass dir den tollen Geschmack in der recht kurzen Bärlauch-Saison auf keinen Fall entgehen. Du kannst Bärlauch übrigens auch einfrieren, beim Trocknen dagegen verliert er zu viel an Aroma. Wenn du den Bärlauch nach der Ernte mal nicht gleich weiterverarbeiten kannst, aber nicht einfrieren willst, schlag die Blätter locker in ein feuchtes Geschirrtuch ein und ab damit in den Kühlschrank. Du solltest dein Päckchen allerdings in den nächsten zwei Tagen verarbeiten. 

Nach der Blatternte kannst du die Blüten-Knospen, dann die Blüten und ab Juni die kleinen Zwiebeln ernten – aber immer in Maßen, damit der Bärlauch auch im nächsten Jahr wieder gedeihen kann.

Wenn du selber Bärlauch sammeln möchtest, dann habe ich hier alle wichtigen Erkennungs- und Unterscheidungsmerkmale von seinen giftigen Doppelgängern für dich zusammengestellt.

Was ist dein Lieblings-Bärlauchrezept?
Schreib mir deine Antwort als Kommentar unter den Beitrag oder per Mail – eine Best-of-Liste mit euren Favoriten veröffentliche ich anschließend!

Haftungsausschluss: Jede Anwendung der Rezepte muss im Vorfeld mit einem Arzt abgeklärt werden. Die Autorin übernimmt keine Verantwortung für mögliche Folgen einer Anwendung. Nicht für Schwangere, stillende Mütter und Kleinkinder geeignet.

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